Wieso sind Übergrößen teurer als Normalgrößen?

Wer große Größen kauft, muss in diese Kleidung zumeist mehr Geld investieren. Dieser Unterschied erscheint für Betroffene zwar im ersten Moment ungerecht. Allerdings gibt es zahlreiche Gründe, die die erhöhten Preise rechtfertigen.

Höhere Materialkosten

Ein ausschlaggebender Grund für diese Preisentwicklung ist die Tatsache, dass das Material in einem Großteil aller Produktionsländer den Großteil des eigentlichen Preises beeinflusst. Dementsprechend erhöht sich der Modepreis automatisch mit der Kleidergröße. Der Blick auf die Waage gibt Aufschluss. Das Gewicht einfacher T-Shirt-Doppelpacks im XXL-Format beträgt 460 Gramm. Die Packungen für zwei T-Shirts der Größe 8XL wiegen hingegen 650 Gramm und sind damit fast 200 Gramm schwerer. Da für die T-Shirts in der größeren Übergröße etwa 40 Prozent mehr Materialien eingesetzt werden, ist der Materialpreis logischerweise höher. Diese Kosten müssen durch die zahlende Klientel getragen werden.

Es entsteht mehr Verschnitt

Die für die Anfertigung von T-Shirts erforderliche Rohware ist zwar in standardisierten Größen erhältlich. Da die Standardgrößen jedoch für Normalgrößen konzipiert sind, kommt bei der Anfertigung von XXL- bis 8XL-Größen automatisch ein größerer Verschnitt zustande. Dieser Verschnitt ist zwar Abfall, muss aber dennoch mit einem Wareneinsatz berechnet werden. Dabei fällt es nur wenig ins Gewicht, dass mittlerweile auch Bahnen in Breiten der Übergrößen gestrickt werden. Bedingt durch die geringe Produktionsmenge, wird der höhere Produktionspreis nicht automatisch kompensiert.

Ein aufwändiger Produktionsprozess

Zusätzlich ist der Produktionsprozess wesentlich aufwändiger. Da die Produktionsprozesse bei der Herstellung von Textilien fließend erfolgen, lässt sich durch diese "Fließbandarbeit" viel Geld sparen. Allerdings ist eine Herstellung von Kleidung in Übergrößen mit einem höheren Zeitaufwand verbunden, da längere Seitenlängen und breitere Schultern erstellt werden müssen. Da rund 90 Prozent aller Bekleidung in den Normalgrößen hergestellt wird, fehlt Nähern die entsprechende Routine bei der Verarbeitung von Übergrößen-Mode. Dadurch dauert das Schneiden bei einer Anfertigung langer Strecken automatisch länger. Dass sich eine sinkende Nachfrage auf den Preis auswirkt, ist eine klassische Regel des Marketinggesetzes. Bei Übergrößen können Maschinen- und Materialkosten nicht mehr minimiert werden. Eine Optimierung der Übergrößenproduktion bringt für Hersteller keinerlei Pluspunkte – eine

Verpackungs- und Transportkosten beeinflussen den Preis

Zudem wirken sich Aspekte wie die Lagerung, Verpackung und Logistik auf die Preisbildung aus. Erhöhte Transportkosten sind ein weiterer Grund für die Entwicklung des Preises. Bekleidung mit einem größeren Volumen bedarf zwangsläufig größerer Polyestertüten. Außerdem nimmt die Kleidung in Transportkartons mehr Platz in Anspruch. All diese Umstände werden in die Preisentwicklung einbezogen. Der letzte Aspekt bezieht sich auf die Lagerfläche, die logischerweise mehr Platz einnimmt. Werden all diese Werte addiert, entsteht ein Kostenaufwand, der den Normalpreis um bis zu 40 Prozent übersteigt.

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